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Zulassung zur Gehilfenprüfung und Meisterprüfung

Kontaktadressen für Vorbereitungslehrgängen zur Gehilfen- und zur Meisterprüfung in Deutschland

Anerkannte Ausbildungsbetriebe Tierwirt - Schwerpunkt Schafhaltung in NRW

In Nordrhein-Westfalen ist die Landwirtschaftskammer NRW für die Zulassung zur Gehilfen- und Meisterprüfung zuständig. Anfang März 2003 trafen sich ehrenamtliche und hauptamtliche Vertreter der beiden nordrhein-westfälischen Schafzuchtverbände mit den beiden zuständigen Mitarbeitern der damaligen Landwirtschaftskammern Rheinland und Westfalen-Lippe, um Zulassungsvoraussetzungen für die beiden Prüfungen festzulegen. Dabei ging es nicht um die Zulassung nach einer regulären Lehre, sondern um die Zulassungsvoraussetzungen für die sog. Seiteneinsteiger, die ohne Lehre die Prüfung ablegen wollen. Da in diesem Bereich die Landwirtschaftskammern unterschiedlich verfahren hatten, war eine Abstimmung angesichts der bevorstehenden Fusion erforderlich. Die damals getroffenen Vereinbarungen sind noch heute gültig:

Das Berufsbildungsgesetz wurde im Jahr 2005 neu gefasst und sieht nun vor, dass ohne Absolvierung einer Lehre eine Zulassung zur Gehilfenprüfung gem. § 45 Abs. 2 möglich ist, wenn nachgewiesen werden kann, dass sich der Kandidat die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten durch eine Tätigkeit in dem Beruf erworben hat, die mindestens eineinhalb mal so lange gedauert hat, wie die für die Abschlussprüfung normalerweise geforderte Lehrzeit. Diese liegt bei 3 Jahren, wenn bereits eine Gehilfen- oder Gesellenprüfung in einem anderen Beruf bestanden wurde, bei 2 Jahren, so dass eine Praxiszeit für Seiteneinsteiger von 4,5 bzw. 3 Jahren zu fordern ist.

In den Abstimmungsgesprächen war bereits im Jahr 2003 festgelegt worden, was als „Tätigkeit im Beruf“ anzuerkennen ist:

Ausgehend von der Annahme, dass eine Arbeitskraft bei einer üblichen Arbeitszeit von 38 - 40 Wochenstunden mit Urlaubsanspruch mit einer Herde von ca. 300 Mutterschafe einschließlich Nachzucht ausgelastet ist, werden Schafhaltern mit 300 und mehr Mutterschafen die Praxiszeiten voll angerechnet. Auf der anderen Seite wurde festgelegt, dass bei Herdengrößen unter 60 Mutterschafen nicht von einer Tätigkeit in dem Beruf „Tierwirt - Schwerpunkt Schafhaltung“ ausgegangen werden kann, sondern einer Tätigkeit zur Freizeitbeschäftigung, so dass die Praxiszeiten bei Herdengrößen unter 60 Mutterschafen nicht für die Zulassung zur Gehilfenprüfung anerkannt werden. Dies lässt sich dadurch begründen, dass bei kleinen Herden auch bei langen Praxiszeiten nicht alle Kenntnisse und Fähigkeiten erlernbar sind, die für die Ausübung des Berufes „Tierwirt - Schwerpunkt Schafhaltung“ erwartet werden müssen.

Für Schafhalter mit weniger als 300, aber mehr als 60 Mutterschafen wird die Tätigkeit im Beruf nur anteilig anerkannt, so dass sich die nachzuweisende Praxiszeit entsprechend verlängert. Zum Beispiel wird dem Schafhalter, der über einen langen Zeitraum 150 Mutterschafe betreut hat, die Zeit zu einem Anteil von 50 % anerkannt, so dass er zur Gehilfenprüfung nach 9 Jahren (ohne anderen Berufsabschluss) bzw. 6 Jahren (mit anderem Berufsabschluss) zugelassen werden kann. Ein Schafhalter mit konstant 60 Mutterschafen erhält die Zeit mit einem Anteil von 20 % anerkannt, so dass er 22,5 Jahre bzw. 15 Jahre Praxiszeit nachweisen muss. Grundsätzlich ist dabei zu beachten, dass die Praxiszeit frühestens nach Vollendung des 18. Lebensjahres (Ende der Schulpflicht) anzuerkennen ist.

Für Schafhalter, die mit ihren Schafen Milch erzeugen und verarbeiten, um sie anschließend zu vermarkten, entscheidet der Prüfungsausschuss im Einzelfall, da bei Milchschafen mit anschl. Verarbeitung der Milch bereits mit erheblich weniger Schafen eine Arbeitskraft ausgelastet ist.

Für die Zulassung zur Meisterprüfung gilt entsprechendes. Für die Zulassung ist eine 3-jährige Tätigkeit im Beruf nach erfolgreichem Abschluss der Gehilfenprüfung erforderlich, auch hier gilt die Regel, dass die Zeit der Berufstätigkeit bei Schafherden unter 300 Mutterschafen (Ausnahme: Milcherzeugung) anteilig nach dem o.g. Schlüssel anerkannt wird, solange die Herdengröße 60 Mutterschafe nicht unterschreitet.

Die Erfahrung zeigt, dass die Kandidaten ohne entsprechende Vorbereitung durch Lehrgänge die Gehilfenprüfung und die Meisterprüfung nicht bestehen können. Solche Lehrgänge können nur durchgeführt werden, wenn sich genügend Schafhalter zusammenfinden, die Zeit und die Kosten für solche Lehrgänge aufzubringen. Dies war in den letzten Jahren in Nordrhein-Westalen nicht mehr der Fall.

nach unseren Informationen werden in den unten stehenden Bundesländern Schulungen zur Vorbereitung auf die Gehilfenprüfung und die Meisterprüfung durchgeführt, an denen auch Schäfer aus anderen Bundesländern teilnehmen können. Interessenten sollten Sich an die aufgeführten Kontaktpersonen werden, um in Erfahrung zu bringen, wann entsprechende Lehrgänge angeboten werden. In den anderen Bundesländern werden nach unserem Kenntnisstand derzeit keine Lehrgänge angeboten.

Zuständig für die Zulassung zur Prüfung ist allerdings die zuständige Stelle des Bundeslandes, in dem sich der Wohnsitz des Kandidaten befindet, für nordrhein-westfälische Schafhalter also die Landwirtschaftskammer NRW, verantwortlicher Referent ist hier Herr Schäfers (Tel. 0251/2376-300, Email: friedrich.schaefers@lwk.nrw.de).

Bundesland Durchführende Stelle

Kontakt

Telefon/Email
Baden-Württemberg Regierungspräsidium Stuttgart Frau Meier

0711-904 13121

regina.meier@rpf.bwl.de

Bayern Landesanstalt für Landwirtschaft Grub Kerstin Tautenhahnl

089-99141 121

Anmeldeformular

kerstin.tautenhahn@lfl.bayern.de

Rheinland-Pfalz

Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

Lehrgangsort: Lehr- und Versuchsanstalt Hofgut Neumühle

Herr Hertwig

0651-94 907 364

reinhard.hertwig@lwk-rlp.de

Thüringen Thüringer Landesverwaltungsamt Frau Fischer 0361-3773 8130
Sachsen Staatliches Amt für Landwirtschaft und Gartenbau Großenhain Frau Förster

03522-311
oder -404

carola.foerster@smul.sachsen.de

Schleswig-Holstein Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein Herr Lamp

04381-90090

jlamp@lksh.de

Da in Nordrhein-Westfalen es offensichtlich nicht mehr möglich zu sein scheint, genügend Teilnehmer für spezielle Vorbereitungslehrgänge für die Gehilfenprüfung zu finden, hat die Schafzüchtervereinigung NRW eine modulares Lehrgangskonzept entwickelt, nach welchem verschiedene Qualifikationen durch die Teilnahme an verschiedenen eintägigen Lehrgängen zu erreichen sind. § 45 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes sieht die Möglichkeit vor, dass die für die Zulassung zur Gehilfenprüfung geforderten Zeiten beruflicher Tätigkeit verkürzt werden können, wenn durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft gemacht werden kann, dass der Bewerber oder die Bewerberin die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigt.

In Absprache mit der Landwirtschaftskammer NRW wird in Nordrhein-Westfalen diese Möglichkeit dadurch genutzt, dass die gefordert Zeit beruflicher Tätigkeit um ein Drittel verkürzt werden kann, wenn die Bewerberin oder der Bewerber folgende Nachweise erbringt.

 

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Aktuelles:

Kataloge Schaftage am 23. und 24. August jetzt online verfügbar
Die beiden Kataloge zu den Schaftagen im Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse bei Soest am 23. und 24. August 2017 sind fertig. Schafhalter, die sich über die ausgestellten Zuchtschafe an den beiden Tagen informieren wollen, können diese Kataloge jetzt im Bereich Veranstaltungen - NRW-Schaftage in Haus Düsse - kostenlos herunterladen.

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