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EU-Schafzuchtverbände kämpfen gegen obligatorische Einführung der elektronischen Kennzeichnung
2009-01-20 09:55:46
In einem Gespräch des VDL-Vorsitzenden C. Lauenstein und des VDL-Geschäftsführers S. Völl mit dem Vorsitzenden des Agrarausschusses des Europäischen Parlaments, Herrn Parish, hat man sich darauf verständigt, im Jahr 2009 verstärkt gegen die verbindliche Einführung der elektronischen Kennzeichnung von Schafen zu kämpfen.

In einer EU-Verordnung ist festgelegt, dass ab dem 1. Januar 2010 allgemein verpflichtend alle Schafe über 1 Jahr und die Schlachtlämmer, die für den innergemeinschaftlichen Handel vorgesehen sind, mit einem elektronischen Kennzeichen (Ohrmarke oder Bolus) zu versehen sind.

Herr Parish hat nun zugesagt, voraussichtlich für den 28. Januar 2009 die Europaabgeordneten und Vertreter der europäischen Schafzuchtverbände zu einer Arbeitstagung zu diesem Thema einzuladen.

Nach Einschätzung der VDL könnte es sich allerdings als schwierig erweisen, für die deutschen Forderungen bei den europäischen Schafzuchtverbänden mehrheitlich Unterstützung zu erhalten. Vielen europäischen Schafzuchtverbänden scheint es auszureichen, wenn die elektronische Kennzeichnung nicht oder nur auf freiwilliger Basis eingeführt wird.

Bekanntlich gehen die deutschen Forderungen weiter. Die VDL möchte gerne, dass das gesamte Regelwerk der EU-Verordnung geändert wird:

1. Wiedereinführung der ausschließlichen Kennzeichnung mit einer Betriebsnummer, d.h. Abschaffung der Einzeltierkennzeichnung

2. Kennzeichnung erst, wenn ein Eigentumswechsel der Schafe und Ziegen stattfindet.

Dadurch ließen sich Tierschutzprobleme wegen des Ausreißens der Ohrmarken im Rahmen der Landschaftspflege und Probleme bei Cross-Compliance-Prüfungen weitgehend vermeiden, da ein Kennzeichnen der Tiere erst beim Verlassen des Betriebes dazu führen würde, dass der überwiegende Teil der Tiere zeitlebens ohne Kennzeichnung im Geburtsbetrieb verbleiben könnte.
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