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EU-Kommission hält an Elektronischer Kennzeichnung für Schafe und Ziegen fest
2009-04-02 15:38:07
Trotz erheblicher Widerstände vieler EU-Länder gegen die verpflichtende Einführung der elektronischen Kennzeichnung für Schafe und Ziegen hält die EU-Kommission an der beschlossenen Verordnung fest. Ungarn hatte für die Agrarministerkonferenz Ende März einen Antrag gestellt, die elektronische Kennzeichnung nur auf freiwilliger Basis einzuführen.

Die zum 1. Januar 2010 beschlossene Einführung einer verpflichtenden elektro­nischen Kennzeichnung führt auch bei deutschen Schafhaltern zu erheblicher Kritik. Seit Monaten fordert der Deutsche Bauernverband (DBV) gemeinsam mit der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) die EU-Verordnung im Sinne eines wirksamen Tier- und Verbraucherschutzes sowie eines effizienten Bürokratieabbaus zu ändern. Unter­stützt wird diese Forderung vom europäischen Bauernverband COPA und den dort einge­bundenen europäischen Schafzuchtverbänden.

DBV und VDL haben vorgeschlagen, die noch vor wenigen Jahren geltende Bestandskenn­zeichnung bei Schafen und Ziegen wieder einzuführen. Die Kennzeichnung sollte erst zum Zeitpunkt des Eigentumswechsels erfolgen, um ein schmerzhaftes Ausreißen der Ohrmarken beim Einsatz der Schaf- und Ziegenherden in der Landschaftspflege zu vermeiden. Bei korrekter Anwendung dieses Kennzeichnungssystems hätte die Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien verhindert werden können. Fälschlicherweise wird dies immer wieder für die Notwendigkeit einer Einzeltierkennzeichnung vorgebracht. Mit der Bestandskennzeichnung, die in der Schweinehaltung erfolgreich durchgeführt wird, ließe sich die Rückverfolgbarkeit sicherstellen und unnötige Kosten verhindern.

DBV und VDL begrüßten, dass der EU-Agrarrat in seiner Sitzung am 23. März 2009 auf Antrag Ungarns die Einführung der elektronischen Kennzeichnung diskutierte. Der ungarische Vorschlag wurde unterstützt von einer Reihe von EU-Ländern, unter anderem vom Vereinigten Königreich, Slowakei, Bulgarien, Litauen, Rumänien, Griechenland und Polen. Deutschland hat sich dem Vernehmen nach nicht geäußert. Gegen eine Änderung der beschlossenen Verordnung sprachen sich Portugal, Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande aus. Diese Länder machten geltend, dass sie bereits hohe Investitionen getätigt hätten, um die Frist für die Kennzeichnung einzuhalten. Außerdem wiesen sie darauf hin, dass Tierseuchen keine Grenzen respektierten und von Ländern ohne Ohrmarkenpflicht zusätzliche Risiken ausgehen könnten.

Die Haltung von Bundesministerin Ilse Aigner stieß auf erhebliches Unverständnis bei DBV und VDL. Während der Agrarpolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, Peter Bleser, noch unmittelbar vor dem Agrarrat zusicherte, dass die Bundesregierung die deutschen Schafhalter in dieser Frage unterstützen würde, war die Realität eine andere. DBV und VDL fordern daher Bundesregierung und besonders Bundesministerin Aigner auf, sich schnellstmöglich aktiv für eine Änderung der EU-Verordnung einzusetzen. Es sei unverständlich, dass die Bundesregierung bei der elektronischen Kennzeichnung still­schweigend ein System zulasse, das noch nicht ausgereift sei und erhebliche Tierschutz­probleme zur Folge haben könne. Zudem stehe diese Art der Kennzeichnung noch in der Phase der Erprobung, wofür unter anderem auch Mittel des Bundes bis Ende 2010 einge­setzt würden.
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