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Schmallenberg-Fieber wächst sich zu einem Problem für Schafhalter aus
2012-01-09 13:20:57
Seit Weihnachten häufen sich Fälle von Missbildungen bei neu geborenen Lämmern. Untersuchungen haben bestätigt, dass die Schafe mit dem sog. "Schmallenberg-Virus" infiziert und die Missbildungen vermutlich darauf zurückzuführen sind.

Das inzwischen identifizierte Virus wird der Gruppe der Orthobunyia-Viren zugerechnet und stellt nach Auskunft des Friedrich-Löffler-Instituts (Bundesforschungsanstalt für Tiergesundheit) kein Risiko für den Menschen dar.

Das Problem ist landesweit zu beobachten, eine Konzentration auf bestimmte Regionen des Landes ist derzeit nicht zu erkennen. Das Schmallenberg-Virus wird wie die Blauzungenkrankheit vermutlich durch Mücken übertragen, die einzige Möglichkeit der Vorbeuge hätte im Sommer und Herbst in der Behandlung mit Mitteln zur Abwehr der Stechmücken (Repellentien) bestanden, zum damaligen Zeitpunkt war das Problem aber noch nicht bekannt. Darüber hinaus weiß man aus Erfahrung mit der Blauzungenkrankheit, dass die Erfolgsaussichten der Behandlung mit Repellentien eher gering sind. Da der Erreger ein Virus ist, wäre die einzige erfolgversprechende Maßnahme wohl eine rechtzeitige Impfung der Muttertiere, ob ein solcher Impfstoff in Zukunft verfügbar sein wird, darüber liegen dem Schafzuchtverband NRW derzeit keine Informationen vor.

Aufgrund von ersten Erfahrungen aus Kreisen der Mitglieder des Schafzuchtverbandes NRW wird Schafhaltern im gesamten Land NRW geraten, bei den kommenden Lammungen besonders aufmerksam zu sein, zusätzliche Geburtenkontrollen durchzuführen und rechtzeitig den Tierarzt zur Hilfe zu rufen. Mitglieder berichten, dass die Geburt der missgebildeten Lämmer besonders schwierig ist, da die Lämmer steif in der Gebärmutter zu liegen scheinen. Oft sind vom Tierarzt besondere Maßnahmen zu ergreifen, um überhaupt eine Geburt zu ermöglichen und das Muttertier zu retten. Darüber hinaus wird berichtet, dass auch die äußeren Anzeichen der Geburt weniger ausgeprägt sind als bei normalen Geburten.

Anfang Februar wird das LANUV NRW zu einer Veranstaltung auf Behördenebene einladen, zu der auch Vertreter des Schafzuchtverbandes NRW eingeladen werden sollen. Dann soll beraten werden, wie mit dem Problem sowohl bei Rindern als auch bei Schafen weiter umgegangen werden soll.

Das Schmallenberg-Fieber zählt nicht zu den melde- oder anzeigepflichtigen Seuchen. Dementsprechend sind Entschädigungen derzeit nicht möglich. Alle Schafhalter werden jedoch gebeten, sich bei Verdachtsfällen mit dem zuständigen Veterinäramt in Verbindung zu setzen, damit weitere Untersuchungen vorgenommen werden können. Die Kosten der vom Veterinäramt veranlassten Untersuchungen trägt das Land Nordrhein-Westfalen.
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