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Verbandsfahrt vom 9. - 11. Mai machte Lust auf mehr
2013-06-20 16:22:21
In diesem Jahr wurde der Bus der Verbandsfahrt nach Ostfriesland fast voll, wieder gelang es dem Orga-Team, diesmal unterstützt vom Landesschafzuchtverband Weser-Ems, für alle ein interessantes Programm auf die Beine zu stellen. Ortrun Humpert fand sich bereit, einen Bericht über diese Fahrt zu verfassen.

"Eine buntgemischte Truppe von 39 Schafhaltern aus NRW machte sich, frühmorgens angefangen in der Eifel und eingesammelt in Dortmund und Rheda-Wiedenbrück, auf den Weg nach Ostfriesland: Zeit für die traditionelle Verbandsfahrt. Die begann für alle mit einem gemeinsamen Frühstück in Rheda-Wiedenbrück, von wo aus wir fast pünktlich starteten.

Zunächst besuchten wir die Thülsfelder Käserei mit Milchschafen und -kühen in Garrel. Warum, seit wann und wie - Käser Mechelhoff, der sein Handwerk übrigens in der Schweiz gelernt hat, stand Rede und Antwort, ob in Stall, Melkstand, Milchkammer oder Reiferaum. Angesichts der hohen Temperaturen und des mit Getränken gefüllten Bus-Kühlschrankes mussten wir bedauerlicherweise Abstand davon nehmen, den reichlich probierten hervorragenden Käse käuflich zu erwerben, was allerdings einige auf der nächsten Tour in die Richtung nachholen werden.

Nach dem Mittagessen im Hotel am See führte uns der Weg zum Moorhof nach Zetel. Spätestens jetzt war auch der letzte Teilnehmer von den fahrerischen Qualitäten unserer Busführerin Uschi überzeugt, die die krummen, zugewachsenen Knicks vorwärts wie rückwärts zu nehmen verstand - ein Hinweis auf Fahrbahnschäden, den wir am Ende der Aktion entdeckten, konnte nur noch ein müdes Lächeln hervorrufen.

Peter Schein vom Moorhof führte uns - tatsächlich zu Fuß - durch Teile des mit Moorschnucken in Herdbuchzucht sowie Ziegen aller Art bearbeiteten Gebietes, eine beeindruckende, sehr eigene Landschaft, die nicht nur aufgrund ihrer Seltenheit und Geschichte besonderer Pflege bedarf. Es zeigte sich wieder einmal, dass, egal, wo Schafhaltung aktiv ist, die Menschen schon eine Menge Einsatz bringen müssen.

Anschließend ging es zu unserem Hotel in Wilhelmshaven, einem Komplex aus vielen einzelnen hinzugekommenen ehemaligen Wohnhäusern - eine interessante Gebäudegestaltung, die allerdings auch ihre gewöhnungsbedürftigen Seiten, Stufen und Etagen hatte - einige leicht Irritierte waren allerdings spätestens beim ausgiebigen Frühstück versöhnt.

Vor diesem lag jedoch zunächst ein Abendessen im Hotel und eine Runde in Wilhelmshaven, bei der sich dann - je nach Lokalität und echter oder vermeintlicher Ortskenntnis - drei Grüppchen ergaben, die den Abend auf verschiedene Weise gemütlich ausklingen ließen.

Wir starteten den zweiten Tag mit einer Schiffsrundfahrt durch Jadebusen und Marinehafen, bei ziemlich frischem, aber fast trockenem Wetter.

Der Weg führte uns weiter zur Deichschäferei Faß im Außenbereich von Wilhelmshaven - einer beeindruckenden Anlage, nicht nur vor dem Hintergrund des dortigen Deichverbandes, sondern auch dem einer engagierten Familie. Vorzugsweise Kreuzungen aus Suffolk und Texel werden auf den Deichen eingesetzt - es gibt aber auch eine reine Suffolk-Herde. Interessant waren hier vor allem die Ausführungen zur Ablammung, aber auch Ideen zur Stalleinrichtung waren mit den Augen zu stehlen. Für die Ohren gab es neben Fachwissen allerhand Anekdötchen vom Chef.

Weiter ging es zu einer ganz anderen Deichschäferei, die in wesentlich kleinerem Maßstab und als Biobetrieb mit Direktanlieferung wirtschaftet - der Texelbetrieb Sassen aus Arle. Wir besichtigten die Stallungen, außerordentlich verspielte Hütehundwelpen und das Kaffeebuffet im Stall, um danach die Herde auf dem ziemlich entfernten Deich in Augenschein zu nehmen und darüber nachzudenken, wieviel Geld im Tank bleibt bei solchen Strecken.

Das nächste Ziel war der Hof Heftrich-Beckers in Wittmund: der Weg wieder eine Herausforderung für die Fahrleistungen von Uschi, das Wirtschaften in einem denkmalgeschützten Objekt eine Herausforderung für die Züchter. Der Bio-Betrieb hat sich der Herdbuchzucht von Weißen Gehörnten Heidschnucken gewidmet - am Abend allerdings dem Grillen für die Gäste aus NRW.

Diese wanderten nach Ankunft in Wilhelmshaven nicht mehr durch die Stadt, sondern blieben gesellig im Hotel.

Früh am anderen Morgen starteten wir zu Herrn Cornelius vom Deichband (so heißt das, es fehlt kein "ver"), der uns zunächst vom fahrenden Bus aus, später im Containerbüro faszinierend von der Arbeit als (noch) "Deichgraf" erzählte und nicht nur bei der Vorstellung der Sandsackfüllmaschine ganz konkret vermitteln konnte, wie wichtig und aufwendig der Schutz des Landes ist. Wir hätten noch lange zuhören mögen, aber unser hervorragend geplanter Ablauf mahnte zum Aufbruch.
Bleibt zu hoffen, dass Menschen, die so viel bewegen, gute Nachfolger finden.

Das Ehepaar vom Hof Rüdebusch in Stadland zeigte uns seine Suffolks, Milchschafe und Kühe, die im Deichhinterland grasen, und lud uns zum Kaffee in den derzeit leeren Schafstall.

Schlussendlich landeten wir - nach einer Exkursion in ein Naturschutzgebiet zu den wilden Schachbrettblumen am Wegesrand - auf dem Betrieb Schmidt in Berne, wo wir, zuvor bestens mit Grillgut und mehr gefüttert, extra gepferchte Zuchtschafe - Weißköpfige Fleischschafe, Berrichon du Cher und Suffolk - hinterher auch noch den neuen Kuhstall besichtigten. Das obligatorische Gruppenfoto entstand in einsetzendem Regen, der uns auf der Rückfahrt begleitete, der guten Laune jedoch keinen Abbruch tat.

Überall trafen wir auf engagierte und aufgeschlossene Schafleute, die uns freundlich aufnahmen, bewirteten und bereit waren, von ihren Erfahrungen zu erzählen. Wir bedankten uns jeweils mit einer Flasche Wacholder, natürlich aus schafbeweidetem Gebiet Nordrhein-Westfalens. Es gab - trotz nicht immer leichter Bedingungen - in vielen Betrieben motivierte Hofnachfolger.

Sollte der Eindruck entstanden sein, wir hätten allerlei von Schafen und Landschaften gesehen und ansonsten vorzugsweise gegessen und getrunken, so entspricht das in etwa den Tatsachen. Dass dies in einer sehr netten, ausgesprochen harmonischen Atmosphäre geschah, macht Lust auf die nächste Verbandsfahrt - nochmal ein herzliches Dankeschön an die Organisationsgruppe, verbunden mit der Bitte, schon mal laut über diese nächste Tour nachzudenken:-)"

Übrigens: Das besagte Gruppenfoto muss noch auf irgendeinem Fotoapparat schlummern. Wir würden es gerne Allen zugänglich machen. Also bitte per Email an die Geschäftsstelle des Schafzuchtverbandes schicken!

schafzuchtverband(at)lwk.nrw.de
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