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SPD und Bündnis 90/Die Grünen bringen Antrag zur Zukunft der Schafhaltung im Landtag ein
2014-05-28 16:52:53
"Die Zukunft der Schafhaltung in Nordrhein-Westfalen sichern und neue Perspektiven eröffnen!" So lautet die Überschrift des Antrages, den die beiden Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und der SPD in dieser Woche in die parlamentarische Beratung des nordrhein-westfälischen Landtages eingebracht haben.

Dies ist ein erster Erfolg der umfangreichen gemeinsamen Bemühungen des Vorstandes des Schafzuchtverbandes NRW und der nordrhein-westfälischen Vertreter des neu gegründeten Bundesverbandes der Berufsschäfer der letzten Wochen und Monate. Dies zeigt, dass man im politischen Raum durchaus Gehör findet, wenn man in einer gemeinsamen Sache an einem Strang zieht.

Schafhaltung ist unverzichtbar für die Artenvielfalt, den Landschaftsschutz und sichere Deiche. Doch die Zahl der Schafe und Schafhalter hat im vergangenen Jahrzehnt dramatisch abgenommen. „Die Anzahl hat sich seit 2005 fast halbiert. Deshalb muss sich die Politik jetzt massiv für die Stärkung der Schafzucht einsetzen. Diese besondere Flächenbewirtschaftung leistet viel für die Gesellschaft“, erklärt Norbert Meesters, landwirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, vor der Einbringung des Antrages zur Zukunft der Schafhaltung.

„An Flussdeichen sorgen vor allem Schafe durch ihren Tritt und Verbiss für eine besonders dichte Grasnarbe und damit für die Sicherheit der Menschen hinter dem Deich. Auf ertragsschwachen Standorten weiden Schafe, damit die Landschaft nicht verbuscht. Das sind nur wenige Beispiele für die Schafzucht in Nordrhein-Westfalen. Um auch in Zukunft noch Schäfereien in NRW vorzufinden und für sie neue Perspektiven zu eröffnen, bringen wir zusammen mit der Fraktion der Grünen einen entsprechenden Antrag in den Landtag ein. Uns geht es um eine bessere agrarpolitische Förderung der Schafhaltung auf Bundes- und Landesebene. Denkbar ist zum Beispiel die Einstufung der beweideten Wiesen als landwirtschaftlich genutzte Flächen. Nur so kommen die Schäferinnen und Schäfer auch in den Genuss der wichtigen Prämien. Zudem soll die extensive Weidehaltung zukünftig als Agrarumweltmaßnahme gefördert werden.

Ein weiterer Punkt: Für die Schäfereien müssen auch die Ausgleichszahlungen im Vertragsnaturschutz endlich dem tatsächlichen Mehraufwand oder eben Minderertrag angepasst werden.“

Norwich Rüße, landwirtschaftspolitischer Sprecher der GRÜNEN im Landtag NRW:

„Die Europäische Agrarreform im Jahr 2003 brachte für Schafhalter in Nordrhein-Westfalen viele Nachteile. In der Folge ist die Zahl der Tiere in Nordrhein-Westfalen um fast die Hälfte geschrumpft. Zuletzt gab es nur noch rund 130.000 amtlich gemeldete Schafe im Land. Dabei ist die Schafhaltung auf den weniger ertragreichen Flächen ein wichtiger und prägender Teil unserer heimischen Landwirtschaft. Insbesondere die Beweidung ist für die Artenvielfalt von herausragender Bedeutung.

Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die Beweidung von landeseigenen Grünlandflächen Vorrang erhält. Dadurch sollen Schafhalter zukünftig wieder vermehrt landeseigene Grünlandflächen pachten können. Gerade für diese extensiven Flächen in Naturschutzgebieten ist die Schafhaltung eine ideale Nutzungsform. Das gilt auch für Deichflächen, die durch Beweidung gesichert werden. Allein deshalb muss ihre Nutzung für Schäferinnen und Schäfer wieder stärker im Vordergrund stehen.

Außerdem müssen wir eine ausreichende Honorierung des Arbeitsaufwandes sicherstellen. Hier ist der Bund in der Pflicht dafür zu sorgen, dass extensiv genutztes Grünland EU-Prämien-fähig ist. Besonders wichtig ist uns außerdem, dass die Vermarktung von Wolle, Milch und Fleisch aus der Schafhaltung verbessert wird. Der Aufbau guter regionaler Vermarktungsstrukturen ist eine zwingende Voraussetzung dafür, dass die Schafhaltung wieder interessanter wird und wir den Trend umkehren.“

Den Antrag in seinem vollen Wortlauf können Sie hier herunterladen:

Antrag der Fraktion der SPD und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 27.5.2014



Er wird am 4. Juni 2014 im Plenum des Landtages NRW öffentlich behandelt.

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